Ich bin am 25.10.1962 Geboren und besuchte die Grundschule in Zeiskam. Danach ging ich auf die Hauptschule in Bellheim bis 1977. 
Am 1.9.1977 fing ich eine drei jährige Ausbildung als Betriebsschlosser in Wörth am Rhein bei der Daimler-Benz AG an. Diese Ausbildung war eine neue Art von einer Ausbildung, die 5 Jahre lange getestet wurde. Wir mussten regelmäßig Prüfungen machen die dann als 75% der Gesellenprüfung zählte, und die letzte Prüfung dann mit 25% den endnotenschnitt ergab. Ich war einer der besten im praktischen und in der Schule so der Durchschnitt. Wie dann 2 die Vorzeitige Prüfung machen wollten habe ich mich an meinen Ausbilder Herr Bieser gewannt ob ich nicht auch die Vorzeitige Prüfung machen könnte, alle sagten normal ginge das nur mit einem zweier schnitt, und die beiden anderen hatten mittlere Reife und Abitur. Ich lies mich aber nicht von meinem Willen abbringen und Herr Bieser hat dann für mich gesprochen das ich dann für die Prüfung zugelassen wurde. 
Ich habe dann 4 Wochen lang ein Buch dreimal durch gearbeitet. Das Buch hatte über 5000 Aufgaben. Ich wusste durch mein Fotografisches Gedächtnis schon wenn ich die Aufgabe gelesen habe dass z.B. B richtig ist.
Am Tag der schriftlichen Prüfung, war ich so früh fertig das Sie gedachten, ich hätte aufgegeben. Aber ich war bei der Mathematikarbeit mit einer Zeitvorgabe von 45 Minuten nach 20 Minuten fertig. Ich war auch in der Praktischen Prüfung nach 5 ¼ Stunde fertig und hatte 7 ½ Stunden Zeit. Ich habe dann meinen beiden Kollegen ein Teil für sie gefertigt. Sonst wussten Sie nicht ob Sie es in der Zeit schaffen würden. 
Ich war dann der Beste von uns dreien, und mein Ausbilder wurde in seiner Entscheidung bestätigt. Ich war da 17 Jahre und 3 Monat alt als ich Geselle wurde, und ein großer Vorteil war das ich nicht an das Montageband musste, und auch keine Schicht Arbeiten durfte. 
Ich kam dann in die Kleinteilefertigung, wo Kleinteile in geringer Stückzahl gefertigt wurden.
Es gab für Jede Arbeit Zeitvorgaben die für mich kein Problem waren oft hatte ich am Tag so viel Zeit um im ganzen Betrieb herum zu laufen, so wusste ich wo was hergestellt wurde. Und habe alles mit meinen Augen aufgesogen. Ich wusste wie ein Fahrerhaus von einem Blech bis zur Lackierung entstand. Jeden Arbeitsschritt prägte ich mir ein, das für mich viele Vorteile für meine berufliche Entwicklung prägend war. 
Ich habe während meiner Ausbildung schon viel an meinem Mofa geschraubt. Durch meinen Freund Jürgen Sitt kam ich an die Formel um einen Rennauspuff zu berechnen. Die Formel zeigte ich meinem Ausbilder, und fragte ob ich diesen Auspuff hier bauen dürfte. Ich musste meinen Motor zerlegen um alle Variablen zur Berechnung des Auspuffs zu bekommen. Ich rechnete mehrere Stunden bis ich die Masse für den Auspuff hatte. Ich habe eine Drehzahl von 9500 Umdrehungen errechnet, je höher die Drehzahl umso kurzer wurde der Auspuff, wie ich dann ihn gebaut hatte schrieb mir mein Meister einen Schein dass ich mein Übungsstück mit nach Hause nehmen konnte. Mit dem Auspuff fuhr mein Mofa 85 km/h und hatte eine bessere Beschleunigung wie eine große mit 6,5 PS.

 

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